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GESCHICHTE MECKLENBURG VORPOMMERNS

Die abwechslungsreichen Landschaften mit Heidesandgebieten, Niederungen, Grund- und Endmoränen Seebecken und einer durch Bodden, Inseln und Halbinseln reich gegliederten Küste entstanden nach der letzten Eiszeit. Seit dem 7. Jahrhundert prägten die slawische Besiedlung und seit dem 12. Jahrhundert die deutsche Ostkolonisation und Christianisierung die Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern. Gegen Ende des 8. Jahrhunderts treten die Slawen in faßbare geschichtliche Zusammenhänge. Sie errichteten an schwer zugänglichen Stellen Burgen und verbanden sie zu einem ausgezeichnet funktionierenden System kleiner, überschaubarer Stützpunkte von weitreichender historischer Wirkung. Der Sitz des Obotritenfürsten südlich von Wismar gab dem Land seinen Namen. Die "Michelenburg" (große Burg) wurde erstmals 995 erwähnt, als Kaiser Otto III hier eine Urkunde ausstellen ließ.

Deutsche Siedlung und Christianisierung

Mit der Konfrontation des Sachsenherzogs Heinrich des Löwen und des slawischen Obotritenfürstes Niklot beginnt die Entwicklung Mecklenburgs zu einem mittelalterlichen Territorialstaat. Heinrich der Löwe rückte mit seinem Heer 1160 nach Mecklenburg ein und tötete den Obotritenfürsten Niklot in der Nähe der Burg Werle im Kampf. Heinrich der Löwe war zwar der Sieger, aber Niklot nicht der Besiegte. Sein Sohn Pribislaw, der inzwischen zum Christentum übergetreten war, erhielt den größten Teil der Obotritenherrschaft als sächsisches Lehen und begründete die Linie der mecklenburgischen Herzöge, die bis 1918 das Land regierten. Die Herzöge und Großherzöge verehrten Niklot als ihren Stammvater. Von jeher gehörte zur mecklenburgischen Identität das Bewußtsein slawischer Wurzeln.Heinrich der Löwe gründete zur Besiegelung des von ihm eingeleiteten Prozesses die Stadt Schwerin, die seither die Reiterfigur des sächsischen Herzogs in ihrem Siegel führt. Schwerin wurde zum westlichen Einfallstor nach Mecklenburg. Die alte obotritische Grenzburg auf der Insel im Schweriner See wurde zum Grafensitz. Heinrich setzte als ersten Bischof von Schwerin den Zisterziensermönch Berno aus dem Weserkloster Amelungsborn ein und ließ ihn 1171 einen der Vorgängerbauten des hochgotischen Domes in Schwerin weihen. Im gleichen Jahr siedelte Berno zwölf Zisterziensermönche aus seinem Heimatkloster nahe Doberan an. Es wurde zu einem wichtigen christlichen Zentrum des Landes. In Eldena bei Greifswald entstand kurz vor 1200 ein von dänischen Mönchen besiedeltes Zisterzienserkloster.Im 13. Jahrhundert strömten einige zehntausend Siedler vor allem aus Niedersachsen und Westfalen ins Land. Die mecklenburgische Raumordnung zeigt bis heute die Wege der Gründer und Mönche, der Lokatoren und Siedler, die das Land mit einem Raster von Ortschaften überzogen. Die siedelnden Bauern erhielten steuerfreie Hufen als Lehnsgut und siedelten vor allem im Bereich der schweren Böden nördlich des Landrückens. Auf diese Siedlungen weisen Ortsnamen mit der Endung - hagen hin.

Die Hanse

Zu weiterer Machtfülle und Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern trug vor allem der Städtebund der Hanse bei, dem alle bedeutenden Küstenstätte angehörten. Hanse steht für Urbanität, für intakte Kommunikation nach innen und außen. Im Jahre 1280 bildeten Rostock und Wismar mit Lübeck und Hamburg den Kern des "wendischen Städtebundes". Die pommerschen Städte Stralsund, Greifswald, Stettin, Demmin und Anklam schlossen sich an. Die Küstenstädte unterhielten bedeutende Handelsflotten. Unter der Flagge von Stralsund fuhren zur Blüte der Hanse um 1400 mehr als 300 Schiffe zur gleichen Zeit. Leitendes Organ der Gemeinschaft war der unregelmäßig stattfindende Hansetag, der über alle wichtigen Angelegenheiten entschied. Aus der Verbindung von Hansegeist und Bildungsbedürfnis entstand im Jahre 1419 die Universität Rostock. Sie zog Studenten vor allem aus dem skandinavischen Raum und aus Niedersachsen an. Auf Initiative von Bürgermeister Heinrich Rubenow wurde 1456 eine Universität auch in Greifswald gegründet, die sich rasch einem wichtigen geistigen Mittelpunkt des Herzogtums Pommern entwickelte.

Die Reformation

In Mecklenburg-Vorpommern griffen kirchenreformatorische Prozesse im zweiten Viertel des 16. Jahrhunderts schnell um sich. Seit 1531 fanden in allen Kirchen Rostocks lutherische Gottesdienste statt. 1540 fand die Reformation auch im Bistum Schwerin Einzug, ausgenommen blieb vorläufig nur der Schweriner Dom. Auf dem Landtag, der Versammlung der mecklenburgischen Städte in Sternberg, wurde 1549 das evangelische Glaubensbekenntnis für das ganze Land Mecklenburg als verbindlich erklärt. Der größte Teil des Kirchenbesitzes fiel an das Herzogshaus, die reichen Klöster Ribnitz, Dobbertin und Malchow gingen in das Eigentum des Adels über. Das erwachen des bürgerlichen Selbstbewußtseins führte zu neuer kultureller Blüte. Ein erster Schloßumbau in Schwerin sowie fürstliche Bauten in Wismar, Gadebusch und Güstrow zeugen von renaissancistischem Formempfinden. Ein adäquater Ausdruck des neuen Zeitgeistes von Reformation und Renaissance ist der berühmte Croy-Teppich der Universität Greifswald mit den Bildnissen Martin Luther und dem pommerschen Reformator und Lutherfreund Bugenhagen (1485 bis 1558).

Dreißigjähriger Krieg

Mecklenburg-Vorpommern war an den konfessionellen Kriegen eigentlich nicht beteiligt, trotzdem ging die erste große Walze eines Krieges über das Land, die es nahezu auslöschte. 1628 besetzte Wallenstein das Land und erhielt es 1629 als erbliches Lehen vom Kaiser. Wallensteins Hofhaltung auf Schloß Güstrow suchte selbst am Kaiserhof ihresgleichen. Doch dieser Glanz und Aufschwung fand ein jähes Ende. Das Land wurde in das Gemetzel der Nachbarn einbezogen und zum Kriegsschauplatz zwischen Schweden und Kaiserlichen. So geriet 1630 das Herzogtum Pommern unter schwedische Verwaltung. Im westfälischen Frieden von 1648 viel Vorpommern mit Usedom, Wollin, Stettin und einem Landstreifen östlich der Oder an Schweden und nahm eine eigene Entwicklung. Schweden beanspruchte und erhielt auch Wismar, die Insel Poel, sowie das Amt Neukloster und konnte so seine Herrschaft im Ostseeraum ausbauen.Der Dreißigjährige Krieg hinterließ ein zerstörtes und verwüstetes Land dessen Einwohnerzahl um mehr als ein Drittel dezimiert wurde.Den Gewinn aus dem Bevölkerungsrückgang zogen die Grundbesitzer und die Ritterschaft. In einem Gesetz von 1654 wurde Ihnen das Recht zugebilligt, ihre Untertanen als Knecht und Leibeigene zu halten. Brachliegendes Land wurde zu den großen Güter gelegt. Die Ritterschaft wurde immer mächtiger.Nach der Landesteilung 1701 gab es zwei mecklenburgische Territorialstaaten, Mecklenburg- Strelitz und Mecklenburg- Schwerin. Jedes dieser Gebiete nahm eine durchaus eigene Entwicklung. Trotz alle Schäden und Verluste brachte das 18. Jahrhundert noch einmal eine bescheidene, liebenswürdige Blüte hervor, Zeugnisse einer Feudalkultur mit Schlössern, Herrensitzen und Parkanlagen, die zu einem weiteren Charakteristikum der Gebiete Mecklenburg-Vorpommerns wurden. Im Herzogtum Strelitz wurde Neustrelitz planmäßig als Residenz angelegt.Im Letzten Drittel des 18.Jahrhunderts wurde Ludwigslust als Residenz des Herzogtums Mecklenburg- Schwerin gegründet und zu einer einmaligen spätbarocken Stadtanlage mit Schloß, Kirche und weiträumigen, von Wasserläufen durchzogenen Parkflächen ausgebaut. Erst nach dem Tod von Großherzog Friedrich Franz dem I., dem bedeutendsten mecklenburgischen Fürsten, wurde 1837 die Residenz nach Schwerin zurückgelegt.Die napoleonischen Kriege zogen auch Mecklenburg-Vorpommern in Mitleidenschaft und raubten das Land aus. Der Kampf gegen den Eroberer ließ aber auch neue Gemeinsamkeiten zwischen Mecklenburg und Vorpommern entstehen.Die Beschlüsse des Wiener Kongresses beendeten die schwedische Herrschaft in Vorpommern, das nun preußische Provinz wurde. Im Jahre 1820 wurde Mecklenburg Mitglied des Deutschen Bundes. Die Aufhebung der Leibeigenschaft im Jahre 1820 führte in der Folgezeit zum Anwachsen sozialer Spannungen und zu einer lawinenartigen Auswanderungsbewegung vor allem nach Nordamerika.

Ständestaat

Die gesellschaftlichen Bewegungen im Zusammenhang mit der Märzrevolution von 1848 hinterließen in Mecklenburg keine bleibenden Spuren. Zwar hatte Großherzog Friedrich Franz II. Unter dem Druck der Volksmassen die Umwandlung Mecklenburgs in einen konstitutionellen Staat versprochen, aber im September 1850 wurde die alte ständische Verfassung wieder bestätigt.In Schwerin wurde das alte baufällige Schloß zu einem der letzten deutschen feudalen Prachtbauten und zu einem gelehrten Denkmal mecklenburgischer Eigenstaalichkeit umgebaut und 1853 feierlich eingeweiht.Im Jahre 1867 wurde die in Berlin proklamierte Verfassung des Norddeutschen Bundes auch für beide Mecklenburg verbindlich. Nachdem Mecklenburg Schwerin und Mecklenburg Strelitz 1870 dem Zollverein beigetreten waren, wurden sie 1871 mit einer Einwohnerzahl von 360.000 Gliedstaaten des Deutschen Reiches.

Mecklenburg-Vorpommern im 20. Jahrhundert

Nach Ende des 1. Weltkrieges wurde in Konsequenz der Novemberrevolution 1918 die Ständeherrschaft abgeschafft und der Großherzog zur Abdankung veranlaßt. Beide Mecklenburg wurden zur Republik. Der Zwergstaat Mecklenburg- Strelitz behielt trotz der geringen Einwohnerzahl von 110.000 seine Eigenständigkeit. Überschuldete und unrentabel gewordene Gutsbetriebe wurden aufgesiedelt und an Siedler auch aus Oldenburg, Westfalen und dem Emsland vergeben.Die NSDAP erhielt bei den Wahlen von 1932 eine knappe Mehrheit, so daß die Einführung der NS-Diktatur ohne nennenswerten Widerstand vor sich ging. Am 13. Oktober 1934 wurden die beiden mecklenburgischen Staaten auf Anordnung des Reiches zusammengeschlossen. Aus dem relativ eigenständigen Land wurde der Gau Mecklenburg. Vorpommern blieb bis zum Ende des 2.Weltkrieges preußische Provinz. Der 2. Weltkrieg bezog auch Mecklenburg-Vorpommern in Luftangriffe (besonders Rostock und Wismar) , Kampfhandlungen und in die totale Niederlage des Deutschen Reiches ein, die auch die erfolgreichen Raketenversuche in Peenemünde nicht aufhalten konnten. Am Störkanal westlich von Schwerin stießen 1994 amerikanische und sowjetische Soldaten aufeinander. Westmecklenburg mit Schwerin und Wismar stand bis Juli 1945 unter amerikanisch- englischer Besatzung. Polen erhielt Hinterpommern und Stettin. Pommern verlor etwa ein Viertel seiner Bevölkerung durch Kriegseinwirkungen.

Nach dem 2. Weltkrieg

Die sowjetische Besatzungsmacht richtete das Land Mecklenburg-Vorpommern wieder ein. Vor allem aus Hamburg, Berlin und dem Ruhrgebiet kamen während des Krieges Ausgebombte in das Land. Seit Anfang 1945 folgten Flüchtlingsströme aus dem Osten. Die Befölkerungszahl verdoppelte sich innerhalb kürzester Zeit.Mit der Bodenreform von 1945 /46 wurden Güter mit einer Fläche größer als 100 ha an Flüchtlinge und Vertriebene entschädigungslos übereignet. Etwa 60.000 ha wurden zu Volkseigentum. Nach dem Beschluß eines Gesetzes der Volkskammer der DDR wurden von 1952 bis 1960 die selbständigen Bauern zwangsweise in LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) eingegliedert. Ein Gesetz von 1952 beendete die Eigenständigkeit des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Es wurde durch die Bezirke Rostock, Schwerin und Neubrandenburg ersetzt. In der Folge nahmen die neuen Bezirksstädte an Bedeutung zu.Seit Mitte der 80er Jahre verschärften sich die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Widersprüche in der DDR. Die ersten großen Demonstrationen mit der Forderung nach umfassenden Reformen in der DDR fanden am 2. Oktober 1989 in Leipzig statt und hatte eine auslösende Wirkung auch auf die mecklenburgischen Bezirksstädte. Diese Großdemonstrationen bewirkten die politische Wende in der DDR und nach der Wiedervereinigung mit der BRD die Einrichtung des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Aus den Umwälzungen die sich daran anschlossen, entstanden für die neuen Bundesländer und die Menschen die in ihnen lebten tiefgreifende Veränderungen. Trotz des Versuches in der DDR Zeit eine industrielle Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern zu forcieren blieb der Haupterwebszweig der Bevölkerung die Landwirtschaft. Die Wende und die europäische Agrarpolitik sowie die neu gewonnenen technischen Möglichkeiten verursachen einen Strukturwandel in der Landwirtschaft. Viele der industriellen Landwirtschaftbetriebe (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften LPG) aus der DDR- Zeit wurden privatisiert oder " abgewickelt " (neudeutsch für auflösen bzw. schließen). Die damit verbundene Arbeitslosigkeit ist eines der schwerwiegensten Probleme des neuen Bundeslandes.Ein zweiter wichtiger Industriezweig für den Norden der DDR war der Schiffbau. Die Werftenstandorte in Wismar, Rostock und Stralsund konnten mit Hilfe umfangreicher Subventionen der Europäischen Gemeinschaft und der Bundesregierung gesichert werden. Ein alter Erwebszweig der Mecklenburger und Vorpommern gewinnt aber mehr und mehr an Bedeutung : der Tourismus. Er konnte in den letzten Jahren ein enormer Aufschwung nehmen, so daß Mecklenburg-Vorpommern heute zu einer der beliebtesten Urlaubsregionen Deutschlands gehört.

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